Leinöl (Linum usitatissimum) | Wirkung & Anwendung | Naturöle
Leinöl
Nahrungs- & Wirkstofföl

Leinöl

Linum usitatissimum

GewinnungMechanische Kaltpressung (unter Luftausschluss)
PflanzenteilLeinsamen
HaltbarkeitSehr gering (Kühllagerung Pflicht)
HauptmoleküleAlpha-Linolensäure (Omega-3)

Leinöl Wirkung: Der ungeschlagene Champion der Omega-3-Fettsäuren

Kaltgepresstes Leinöl, gewonnen aus den reifen Samen des Gemeinen Leins (Flachs), ist ernährungsphysiologisch und zellbiologisch ein wahres Wunderwerk. Unter allen heimischen Pflanzenölen besitzt es den unangefochten höchsten Anteil an Alpha-Linolensäure (ALA), einer essenziellen Omega-3-Fettsäure. Der Gehalt liegt oft bei über 50%. ALA ist lebensnotwendig, da der menschliche Körper sie nicht selbst herstellen kann, sie aber dringend für die Fluidität der Zellmembranen und die Gehirnfunktion benötigt.

Zellgesundheit und antientzündliche Wirkung

In der modernen Ernährung (die stark Omega-6 lastig ist) entstehen oft stille, chronische Entzündungen im Körper, die Zivilisationskrankheiten wie Arthritis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Hautprobleme (Neurodermitis) befeuern. Die massiven Omega-3-Gaben durch frisches Leinöl helfen dem Körper, antientzündliche Gewebshormone (Eicosanoide) zu bilden. Leinöl dämpft Entzündungskaskaden im gesamten Organismus und schützt die inneren Gefäßwände.

Kosmetische Anwendung von Leinöl

Aufgrund seines hohen Gehalts an Lignanen (sekundären Pflanzenstoffen) und Omega-3 ist Leinöl auch äußerlich angewendet extrem wertvoll für irritierte, rissige und entzündliche Haut. Es zieht schnell ein und bringt stark gerötete Hautbilder (wie Rosazea oder Ekzeme) wieder ins Gleichgewicht. In der Kosmetikindustrie wird es jedoch selten pur verkauft, da es extrem oxidationsempfindlich ist.

"Leinöl ist pures, flüssiges Gehirnfutter. Es ölt nicht nur unsere Zellen von innen, sondern löscht die stillen Entzündungsfeuer in unserem Körper."

Leinöl anwenden: Höchste Achtsamkeit geboten

Die größte Stärke des Leinöls (seine dreifach ungesättigte Fettsäure) ist gleichzeitig seine größte Schwäche. Leinöl reagiert so stark auf Sauerstoff, Licht und Wärme, dass es buchstäblich innerhalb weniger Wochen ranzig wird (Oxidation). Ranziges Leinöl riecht "fischig" und ist gesundheitsschädlich, da sich freie Radikale und Peroxide gebildet haben.

Die goldene Regel für Leinöl

Kaufen Sie Leinöl immer in kleinen, dunklen Glasflaschen (z.B. 250ml). Die Pressung sollte idealerweise unter Sauerstoffausschluss (Oxyguard) stattgefunden haben. Sobald die Flasche geöffnet ist, muss sie zwingend in den Kühlschrank und innerhalb von 4 Wochen aufgebraucht werden. Leinöl darf niemals erhitzt werden! Geben Sie es erst nach dem Kochen über die Speisen, in den Smoothie oder klassisch in Magerquark, wo die schwefelhaltigen Aminosäuren des Quarks das Omega-3 bioverfügbarer machen (nach Dr. Johanna Budwig).

FAQ: Leinöl

Warum riecht mein Leinöl manchmal fischig?

Wenn Leinöl fischig, stark bitter oder kratzig schmeckt, ist es oxidiert (ranzig). Die Alpha-Linolensäure hat sich zersetzt. Es darf dann keinesfalls mehr verzehrt oder auf die Haut aufgetragen werden, da es dem Körper massiv schadet, anstatt ihm zu nützen.

Kann Leinöl Fisch ersetzen?

Teilweise. Leinöl enthält ALA. Der Körper muss diese ALA jedoch erst in die längerkettigen Fettsäuren EPA und DHA (die in fettem Fisch vorkommen) umwandeln. Die Umwandlungsrate ist relativ gering. Dennoch ist Leinöl als Basisversorgung für Veganer und Vegetarier essenziell (oft in Kombination mit Algenöl).

Was ist die Budwig-Diät?

Die Chemikerin Dr. Johanna Budwig hat entdeckt, dass hochungesättigte Fettsäuren (Leinöl) in Kombination mit schwefelhaltigen Aminosäuren (aus Quark oder Hüttenkäse) wasserlöslich und damit für die Zellen besser verfügbar werden. Diese Quark-Leinöl-Creme ist ein zentraler Bestandteil ihrer Öl-Eiweiß-Kost.